127 Jahre Geschichte
1933 meldet sich Richard Alexander Willenberg an der Meisterschule im sächsischen Glashütte an. Eine kostspielige Zusatzausbildung, die er sich mit Ersparnissen aus seiner Gesellenzeit finanziert.Als er 1934 nach der Meisterprüfung nach Mainz zurückkehrt, ist seine Familie in Geschäftsräume in der heutigen Ludwigsstraße ungezogen. Nach einigen Umbauten kann das Geschäft noch im gleichen Jahr eröffnet werden. Ein Jahr später erliegt Lotte Willenberg im Alter von 57 Jahren einem Schlag-anfall und hinterlässt eine große Lücke in Familie und Geschäft.
1938 heiratet Richard Alexander Willenberg die Tochter eines Münchener Holzhändlers, Herta Hörsch.
Alexander Willenberg nimmt seinen Sohn Richard Alexander als Teilhaber in
den Betrieb auf. Nach dem Tod seines Vaters 1939 wird Richard Alexander
Willenberg alleiniger Inhaber des Geschäfts.1. September 1939. Der Zweite Weltkrieg bricht aus. Die Gesellen des Uhrmachermeisters Richard Alexander Willenberg werden eingezogen. Und auch er selbst muß im Dezember 1939 an die Front. Seine Frau Herta führt bis zu seiner Rückkehr nach Kriegsende 1945 die Geschäfte weiter.
Allzu lang muss er jedoch nicht in diesem Provisorium arbeiten:
1948 bekommt Richard Alexander Willenberg ein Trümmergrundstück in der Schillerstraße. Die Grundstücksbesitzerin, Frau Ritzel, überlässt es ihm auf Rentenbasis. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern schaufelt er jeden Abend nach der Arbeit den Keller frei, um das Fundament für die neuen Geschäfts-räume in der Schillerstraße zu setzen. Noch im gleichen Jahr konnte Richard Alexander Willenberg seine provisorischen Geschäftsräume am Schillerplatz eröffnen. Und nicht nur als Geschäftsmann, sondern auch als Familienvater hat Richard Alexander Willenberg allen Grund zu Stolz: Er ist Vater dreier Töchter. 1950 ist das Werk schließlich vollbracht: Das Geschäft ist fertig ausgebaut und verfügt über ansprechende Verkaufsräume. In zwölf großen Schaufenstern kann "Juwelier Willenberg" seine Ware präsentieren.
1959/60 prägt er einen Stempel für Medaillen. Eine Idee, die einen
regelrechten Trend auslösen sollte. Münzen können nun mit Bildnissen
berühmter Persönlichkeiten, Wappen oder Stadtansichten geprägt werden.Besonders begehrt sind die so genannten "Mainzer Golddukaten" mit dem Abbild von Johannes Gutenberg und der Kirche St. Martin.
Bald geben auch andere Städte wie Bremen, Limburg, Oppenheim, Alzey oder Köln bei Willenberg Stadtdukaten in Auftrag.
Im Oktober 1970 stirbt Frau Herta Willenberg an Krebs. Im November des
gleichen Jahres bringt Edith Willenberg-Sebastian ihren dritten Sohn Jan zur
Welt. Drei Tage nach seiner Geburt verliert Richard Alexander bei einem
Autounfall seine älteste Tochter. Er selbst kommt querschnittsgelähmt
mit dem Leben davon.1971 beschließt Richard Alexander Willenberg, sich aus dem Hauptgeschäft zurückzuziehen. Er überträgt seiner Tochter Edith die Geschäftsführung. In beratender Funktion steht er ihr jedoch weiterhin zur Seite.
Ab 1972 ist Edith Willenberg-Sebastian als ehrenamtliche stellvertretende Vorsitzende im Bundesverband der Juweliere und Uhrmacher an der Ausarbeitung der internationalen Diamantenprüfregelung beteiligt. 1981 wird schließlich ein einheitlicher Maßstab für die Beurteilung der Diamanten festgelegt. Anfang der 80er Jahre beschließt Edith Willenberg-Sebastian, das Sortiment ihres Geschäfts neu zu strukturieren. Sie möchte ihren Kunden noch exklusivere Uhren- und Schmuckmarken bieten.
Nach einigen Verhandlungen mit erstklassigen Schmuck- und Uhrenher-stellern ist es geschafft: "Juwelier Willenberg" zählt zu den Juwelieren in Mainz mit der größten Auswahl an renommierten Manufakturuhren. Und auch als Goldschmiedin ist die Geschäftsfrau erfolgreich. Um der Nachfrage ge-recht zu werden, wird die Goldschmiede auf fünf Arbeitsplätze vergrößert.
Ab 1985 lädt Edith Willenberg-Sebastian regelmäßig Maler, Bildhauer und Schmuckdesigner ein und stellt ihnen für Ausstellungen die unteren Ver-kaufsräume ihres Geschäfts zur Verfügung. Die kreative Zusammenarbeit ist für alle Beteiligten sehr inspirierend und fruchtbar.
1986 verliert Edith Willenberg-Sebastian bei einem Autounfall ihren Mann und muß von nun an das Geschäft und ihre 3 Kinder alleine versorgen.
1994 eröffnet Edith Willenberg-Sebastian den ersten "Piaget-Corner" Deutschlands und wird offizielle Konzessionärin der edlen Schweizer Uhren- und Schmuckmarke für den Raum Mainz und Wiesbaden.
Zeitgleich laufen in der Passage neben dem Hauptgeschäft Umbauarbeiten auf Hochtouren. Und noch 1994 eröffnet ihr jüngster Sohn Jan "Willenberg-Junior".
Hier bietet er Uhren und Schmuck für junge Leute an. Heute heißt das
Geschäft “Willenberg Trend Shop³ und hat für Junge und jung Gebliebene von der Swatch- über die Fossil-Uhr bis hin zu Silber- und Stahlschmuck alles, was an Schmückendem gerade aktuell ist.
Ebenfalls 1994 präsentiert die Goldschmiedemeisterin Edith Willenberg-Sebastian ihre erste selbst entworfene Schmuckkollektion, die den Namen "Magma" trägt. Die aus hochwertigem Gold gearbeitete Kollektion besteht aus vielen Einzelstücken und kann je nach Kundenwunsch kombiniert
werden. 2001 geht die vierte Generation an den Start: Der jüngste Sohn, Jan Willenberg-Sebastian, tritt als Teilhaber die Nachfolge an und ist seitdem als Geschäftsführer tätig. Schon zu Schulzeiten träumte er davon, eines Tages das Juweliergeschäft seiner Familie weiter zu führen.
Nach seinem Abitur 1990 beginnt er, in der Goldschmiede zu arbeiten. 1993 schließt er seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann ab und beginnt in Mainz neben seiner Tätigkeit im Geschäft, Betriebswirtschaftslehre zu studieren.
1997 beendet er sein Studium als Diplombetriebswirt und arbeitet in den folgenden Jahren bei renommierten Juwelieren wie Wempe und H. Stern in Frankfurt am Main.Der Elan und die frischen Ideen des jungen Teilhabers Jan Willenberg-Sebastian begeistern auch die rund dreißig Einzelhändler rund um den Schillerplatz. Gemeinsam stellen sie originelle Aktionen auf die Beine und lassen so den Schillerplatz immer wieder zu einem lebendigen Mittelpunkt der Mainzer Innenstadt werden.
125 Jahre.
Vier Generationen.
Ein Juwelier.

